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Bild 1 174LARA VADLAU IM PORTRÄT:

DAS TURBOKÜCKEN

Lara Vadlau ist das Beste was der globale Jugendsegelsport zu bieten hat. Mittlerweile ist die 18-Jährige in der nächsten Generation angekommen und erfolgshungriger denn je.

Fällt der Name Lara Vadlau, ist der Begriff Wunderkind nicht weit. Ein kurzer Blick auf die bisherige Erfolgsbilanz verdeutlicht warum. Die Kärntnerin aus Maria Rain, die bereits im frühen Kindesalter mit den segelverliebten Eltern Eva Maria und Ernst am Wörthersee mit dem Wind spielte, navigierte mit zwölf Jahren zum Vize-Weltmeistertitel im Optimist und damit erstmals in die Schlagzeilen. Seit damals ging es mit der begeisterten Hobbykickerin, die mit den Burschen beim FC Kärnten auf Torjagd war, steil und stetig bergauf.

Mittlerweile jagt Lara nur noch selten der Kugel hinterher, dafür darf sich sie sich mehrfache Welt- und Europameisterin und vor allem Jugend-Olympiasiegerin nennen. Damit ist sie die erfolgreichste U-18 Seglerin der Gegenwart und das alles mit perfekten Haltungsnoten. Ihre Schule, das BRG Lerchenfeld, hat der Teenager zwar nur selten von innen betrachtet, dafür konnte sich das Zeugnis immer sehen lassen. Gelernt wurde unterwegs und das ist die Seglerin gut 200 Tage im Jahr. Das einzige was noch fehlt ist die Matura und die darf aufgrund von Wichtigerem im Herbst nachgeholt werden. Dem Wunderchick ist nämlich geglückt, was einem herkömmlichen Kücken nicht gelungen wäre: die Qualifikation für die London-Spiele und das mit dem minimalen Vorlauf von nur 15 Monaten.

SCHLAMPIGES GENIE

Talent ist ein Parameter, Ehrgeiz, die richtige Einstellung und die Rückendeckung der Eltern sind die anderen. Ohne die finanzielle Unterstützung aus der häuslichen Schatulle wäre es verdammt schwierig geworden, zudem haben die Eltern immer wieder Steine aus dem Weg geräumt, auch wenn es unbequem wurde. Lara hat es so und vor allem aufgrund ihrer Leistungen in den Nationalkader des Segel-Verbands geschafft. Mittlerweile hat sie mit Eva Maria Schimak eine Segel-Partnerin und mit dem Spanier Toni Ripoll einen Weltklassetrainer an ihrer Seite.

Nach ihrem Olympiasieg bei den Jugendspielen in Singapur wurden nämlich die Sterne neu geordnet. Ganz einfach deshalb, weil es im Nachwuchsbereich nichts mehr gab, was nicht schon gewonnen wurde. Also wechselte Lara die Bootsklasse und debütierte im März 2011 vor Palma de Mallorca im Weltcup. Seitdem hat sie zwei Weltmeisterschaften absolviert und bei den Titelkämpfen Mitte Mai vor Barcelona das Nationenticket für Österreich ersegelt. Dieses Ticket bringt die Teilnahme an den London-Spiele, die bei den 470er Damen lediglich 20 Teams aus ebenso vielen Nationen vergönnt ist. Eine Leistung die insofern unglaublich ist, da man im olympischen Segelsport in der Regel 4-6 Jahre braucht, um in der Weltspitze Fuß zu fassen. Zu erklären ist Laras Rekordtempo das nicht wirklich, zumal sich das Genie Vadlau selber als schlampig und chaotisch bezeichnet. Allerdings gilt diese Eigendefinition nur, wenn sie trockenen Boden unter ihren Füssen spürt. Kaum sitzt Lara im Boot, ist sie ein anderer Mensch. Sie hat einen Plan, verfolgt ihre Ziele ohne wenn und aber. Sollte diese hemmungslose Leidenschaft eines Tages abnehmen und die Zeit für neue Wege reif sein, will die Tochter in des Mutters Fußstapfen treten und Kinderärztin werden. Aktuell steht aber die Wassersportkarriere im Focus, London und die Olympiapremiere dienen der Erfahrung, in Rio de Janeiro und den Spielen 2016 soll der Erfolgshunger mit Olympischen Edelmetall befriedigt werden. Eine Ansage, der man aufgrund des bisher Geleisteten unbedingt Glauben schenken sollte.

LARA VADLAU IM WORDRAP:
Dein Lieblingsauto ist?
Porsche

Die fünf Dinge, die du auf eine einsame Insel mitnimmst?
Kompass, Leathermen, ein Boot, ein Segel, eine Schwimmweste

Deine Lieblingsspeise?
Spiegelei mit Erdäpfelpüree und Spinat

Was würdest du gerne in der Welt verändern?
Die Rassen- und Religionskonflikte beenden.

Erfolg ist für dich?
Gesund zu bleiben und das zu tun, was ich gerade tue.

Mißerfolg ist für dich?
Wenn ich merke, dass ich nicht alles versucht habe um das Beste herauszuholen.

Dein Tipp für alle Jungsegler?
Nie aufgeben und schon gar nicht unterkriegen lassen.
Bild 1 305 Turbokücken
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